Liebe Sipplinger, Jung und Alt,

 

wir leben in einem der schönsten Dörfer Deutschlands und wir leben gerne hier. Hier haben wir familiäre Bindungen und vertraute Nachbarn. Wir reden miteinander und feiern gemeinsam, kurz: Die menschlichen Kontakte sind innerhalb unseres Dorfes noch vorhanden. In unserer kleinen Welt ist vieles noch in Ordnung. Und wir wünschen uns, dass dies alles noch lange so bleibt.

 

Nach der Bevölkerungsstatistik gehört Sipplingen zu den überalternden Gemeinden. Von unseren 2100 Mitbürgern sind über die Hälfte jetzt schon über 50 Jahre alt. Der Anteil der älteren Menschen steigt stetig. Aber nicht nur das; was tun wir, wenn wir plötzlich auf die Hilfe anderer angewiesen sind? Nicht nur im fortgeschrittenen Alter, sondern auch, wenn ein Unfall oder eine Krankheit die eigene Selbständigkeit einschränkt? Spätestens dann stellt sich die Frage nach einer barrierefreien Wohnung, nach der familiären Versorgung oder einer Nachbarschaftshilfe um das Mit-Leben hier zu erhalten. Was geschieht, wenn das Altersheim plötzlich schließt?

 

Wer fängt uns auf, denn wir wissen, dass es für unsere Kinder oder überhaupt für junge Familien nicht leicht ist, ja fast unmöglich, sich hier in Sipplingen nieder zu lassen? Obwohl wir eine Kleinkindbetreuung, einen Kindergarten, eine Schule, Arzt, Zahnarzt und Läden für die Grundversorgung haben und durch gute Straßen, durch Bahn, Bus und Schiff mit der Welt verbunden sind?

 

Die neuen Berufe und die Anforderungen der Arbeitswelt und vor allem auch die begrenzten baulichen Entwicklungsmöglichkeiten in Sipplingen zwingen heute die jungen Menschen in die Ferne oder zumindest raus aus dem Dorf. Wir sehen den Zusammenhalt in den Familien schwinden und die Vereinsamung steigen. Wir, die “alten Eltern“, die „Zurückgebliebenen“ sind plötzlich wieder ein Paar oder schlimmstenfalls allein.

 

Können wir hier in Sipplingen gegen diesen Trend der Zeit etwas tun?

 

Wir alle sind Teil dieser Gemeinde und um unsere Gemeinschaft zu erhalten, müssen wir die Zukunft auch gemeinsam gestalten.

 

Wir, die Bürger-Selbsthilfe Sipplingen e. V. haben uns in unserer Satzung verpflichtet: … im Dienste der Lebensqualität älterer und hilfsbedürftiger Menschen notwendige Leistungsangebote zu initiieren, zu fördern, selbst zu errichten und zu führen“.

 

Dazu gehört nach unserer Meinung auch die frühzeitige Information und Beratung über Wohnformen im Alter.

 

Bereits im Jahr 2016 wurde in der Zukunftswerkstatt dieses Thema behandelt. Nachbargemeinden sind schon ein paar Schritte weiter als wir.

 

Wäre eine Wohngemeinschaft – eine Alters-WG – auch in unserer Gemeinde möglich? Oder ein Mehrgenerationenhaus für Jung und Alt? Oder Betreutes Wohnen? Wer würde mitmachen? Wie können wir uns einbringen? Finden wir ein geeignetes Gebäude im Dorf, das für eine solche Wohnform auf lange Zeit finanzierbar ist? Wäre eine Bürgerstiftung ein Weg, in die ich mich oder meine Immobilie einbringen kann und mir dafür das Recht auf einen Platz in einer solchen Wohnform sichere?

 

Tausend Fragen und noch keine Antwort. Aber vielleicht haben Sie ähnliche oder sogar bessere Ideen.

 

Machen Sie mit! Melden Sie sich bei uns, der Bürger-Selbsthilfe.

 

 

Bürger-Selbsthilfe Sipplingen e. V.

gez. der Vorstand


Wer möchte, kann sich das Schreiben auch als PDF-Datei herunterladen.

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Brief des Vorstand
Leben und Wohnen im Alter in Sipplingen.
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